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Deadnaming: Wenn der alte Name zur Wunde wird...
Genderella.de • 27. März 2025

Hey ihr Lieben,

Migg hier! In diesem Artikel schauen wir uns das Thema Deadnaming mal etwas genauer an. Denn was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem sperrigen Wort "Deadnaming"? Ganz einfach: Es geht um Respekt, Anerkennung und Würde – und darum, wie wir miteinander umgehen.

Stellt euch vor, ihr habt endlich euren Namen gefunden. Den Namen, der *wirklich* zu euch passt, der eure Identität, euer wahres Ich ausdrückt. Und dann kommt jemand und benutzt einfach euren alten Namen – den Namen, der euch an eine Zeit erinnert, in der ihr euch nicht frei, nicht ganz, nicht *ihr selbst* gefühlt habt. Autsch. Das tut weh, oder? Studien betonen, wie wichtig die Akzeptanz des gewählten Namens für das Wohlbefinden ist. [1]

Was ist eigentlich Deadnaming?

Deadnaming bezeichnet die Verwendung des ehemaligen Namens (Geburtsnamens) einer Person, nachdem diese ihren Namen geändert hat, um besser zu ihrer Geschlechtsidentität zu passen. Es ist entscheidend zu verstehen, dass dies in der Regel ohne Zustimmung und gegen den ausdrücklichen Willen der betroffenen Person geschieht. [2]

Woher kommt dieser krasse Begriff "Deadnaming"?

Der Begriff "dead name" (also "toter Name") kommt aus dem Englischen und ist ziemlich drastisch, oder? Er soll klarmachen: Der alte Name ist für die Person gestorben. Er gehört der Vergangenheit an. Er ist nicht mehr Teil ihrer Identität.

Der neue, selbstgewählte Name hingegen – der ist lebendig! Er ist ein Ausdruck der wahren Identität, ein Zeichen von Selbstbestimmung und Empowerment. Er ist wie ein neues Leben, das beginnt. 💖

Warum ist Deadnaming so verletzend?

Deadnaming ist nicht einfach nur "unhöflich". Es ist viel mehr als das. Es ist ein Angriff auf die Identität und Würde der betroffenen Person. Warum? Hier ein paar Gründe:

  • Invalidierung der Identität: Es stellt die Geschlechtsidentität der Person in Frage und vermittelt ihr das Gefühl, nicht gesehen, respektiert oder als die Person anerkannt zu werden, die sie ist.

  • Schmerzhafte Erinnerung an die Vergangenheit: Der alte Name ist für viele Transgender-Personen mit einer Zeit verbunden, in der sie nicht authentisch leben konnten. Das Hören dieses Namens kann traumatische Erinnerungen, Gefühle von Dysphorie und den gesellschaftlichen Druck, nicht sich selbst sein zu dürfen, wieder hervorrufen.

  • Mangel an Respekt: Die Weigerung, den gewählten Namen einer Person zu verwenden, ist ein deutliches Zeichen von Respektlosigkeit gegenüber ihrer Identität und ihren Wünschen.

  • Potenzial für ein ungewolltes Outing: Die Verwendung des alten Namens kann unbeabsichtigt oder sogar böswillig dazu führen, dass die Person als transgender geoutet wird, was schwerwiegende soziale und persönliche Konsequenzen haben kann.

  • Kann als bewusste Herabsetzung dienen: Deadnaming kann auch als Mittel der bewussten Herabsetzung oder des Hasses eingesetzt werden, was die Verletzung noch verstärkt.

  • Oft in Verbindung mit Misgendering: Deadnaming geht oft mit Misgendering (der falschen Pronomenverwendung) einher, und diese Kombination kann für die betroffene Person besonders schmerzhaft sein. [6]

  • Eine Form der Diskriminierung: Die bewusst falsche Verwendung von Pronomen und Deadnaming ist nicht nur hochgradig diskriminierend, sondern häufig auch rassistisch motiviert. Die Identität von Trans* und Inter* Personen wird dadurch gezielt in Frage gestellt. Erfahre mehr zu diesem Thema im Artikel „Von Rassismus betroffen? Was du wissen musst und was du tun kannst!“

Welche Folgen kann Deadnaming haben?

Die Folgen von Deadnaming können echt heftig sein: [3] Studien zum Thema "Minority Stress" verdeutlichen, dass wiederholte Diskriminierungserfahrungen, wie das Deadnaming, zu einer erhöhten psychischen Belastung führen können. [4]

  • Emotionale Belastung: Es kann zu intensiven negativen Emotionen wie Dysphorie, Angstzuständen, Traurigkeit, Wut, Scham und tiefer Frustration führen.

  • Beschädigung von Beziehungen: Vertrauen und Nähe in Beziehungen können stark leiden, wenn sich eine Person durch Deadnaming nicht akzeptiert oder respektiert fühlt. Dies kann zu Distanzierung und dem Gefühl führen, von nahestehenden Menschen nicht wirklich gesehen zu werden.

  • Erhöhtes Risiko für psychische Probleme: Wiederholte Erfahrungen von Invalidierung, wie Deadnaming, können das Risiko für die Entwicklung oder Verschlechterung von psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen und sogar Suizidgedanken erhöhen.

  • Gefühl der Unsicherheit und des Unwohlseins: In bestimmten Umfeldern, insbesondere wenn Deadnaming bewusst oder wiederholt geschieht, kann sich die betroffene Person unsicher, unwillkommen und in ihrer Identität bedroht fühlen.

  • Soziale Isolation: Wiederholtes Deadnaming kann dazu führen, dass sich die betroffene Person sozial isoliert, da sie sich in Umfeldern, in denen dies geschieht, nicht sicher oder akzeptiert fühlt.
Die Last des alten Ichs: Auch mit dem neuen Namen können alte Wunden noch schmerzen. Deadnaming

Bild 1: Die Last des alten Ichs: Auch mit dem neuen Namen können alte Wunden noch schmerzen - Calè Teko©

Wie kann ich helfen? – Tipps für Allies (Verbündete)

Du willst ein Ally sein und trans*, inter* und nicht-binäre Menschen unterstützen? Super! Hier sind ein paar Tipps, wie du Deadnaming vermeiden und ein respektvolles Umfeld schaffen kannst: [5]

  • Verwende IMMER den richtigen Namen und die richtigen Pronomen: Frage nach den bevorzugten Namen und Pronomen und verwende diese konsequent. Wenn du dir unsicher bist, frag einfach höflich nach!

  • Korrigiere andere: Wenn du hörst, dass jemand eine Person deadnamet oder falsche Pronomen verwendet, korrigiere die Person sanft, aber bestimmt. Dies zeigt deine Unterstützung und trägt dazu bei, eine respektvolle Umgebung zu schaffen.

  • Entschuldige dich aufrichtig und korrigiere dich selbst: Wenn du versehentlich deadnamest, entschuldige dich kurz und aufrichtig, korrigiere dich sofort und fahre fort. Mache keine große Sache daraus, um die betroffene Person nicht zusätzlich zu belasten.

  • Informiere dich und andere: Lerne mehr über Transgender- und nicht-binäre Identitäten und die Bedeutung der korrekten Namens- und Pronomenverwendung. Teile dein Wissen auf respektvolle Weise mit anderen.

  • Sei eine*r Fürsprecher*in: Unterstütze Richtlinien und Praktiken, die die Identität von Transgender- und nicht-binären Personen in allen Bereichen des Lebens respektieren, sei es am Arbeitsplatz, in Bildungseinrichtungen oder im Gesundheitswesen. Setz dich für inklusive Sprache und inklusive Regeln ein – in deinem Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in der Schule, überall!

  • Höre zu und glaube: Nimm die Erfahrungen von Transgender- und nicht-binären Menschen ernst und glaube ihnen, wenn sie über ihre Gefühle und Erlebnisse sprechen. Schenke trans*, inter* und nicht-binären Menschen deine Aufmerksamkeit und nimm ihre Erfahrungen ernst.

  • Verwende den korrekten Namen auch in Abwesenheit: Sprich über die Person mit ihrem korrekten Namen, auch wenn sie nicht anwesend ist. Das normalisiert den Namen und kann andere dazu ermutigen, es ebenfalls zu tun.

  • Erwarte keine Entschuldigung von der betroffenen Person: Wenn du deadnamest, ist es deine Verantwortung, dich zu entschuldigen und dich zu bessern. Erwarte nicht, dass die betroffene Person dich tröstet oder dir alles erklärt, wenn du einen Fehler gemacht hast. Keine Extrawurst!
Befreit und selbstbestimmt: Der neue Name als Zeichen eines neuen Lebensgefühls. Deadnaming überwunden.

Bild 2: Befreit und selbstbestimmt: Der neue Name als Zeichen eines neuen Lebensgefühls - Calè Teko©

Fazit: Respekt ist kein Hexenwerk!

Es ist eigentlich ganz einfach: Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Respektiere ihre Identität, ihren Namen, ihre Pronomen. Zeig Empathie und sei ein*e Ally. Gemeinsam können wir eine Welt schaffen, in der sich alle Menschen sicher, wohl und akzeptiert fühlen – egal, wer sie sind oder wie sie sich nennen. ❤️


Quellen

1 Grossman, A. H., & D'Augelli, A. R. (2007). Transgender youth and the family: Promising practices to support positive development. Journal of LGBT Youth, 4 (2-3), 91–116. Zurück zum Text

2 Bundesverband Trans*. https://www.bundesverband-trans.de/ (Informationen und Ressourcen zu Transgender-Themen) Zurück zum Text

3 dgti e.V.. https://dgti.org/ (Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität) Zurück zum Text

4 Hendricks, M. L., & Testa, R. J. (2012). A conceptual framework for clinical work with transgender and gender nonconforming clients: An adaptation of the minority stress model. Professional Psychology: Research and Practice, 43 (5), 450–458. Zurück zum Text

5 TransInterQueer e.V.. https://www.transinterqueer.org/ (Beratung, Unterstützung und politische Arbeit) Zurück zum Text

6 Nadal, K. L., Whitman, C. N., Davis, L. S., Wong, K., & Li, P. (2016). Microaggressions Toward Transgender People: An Exploratory Study. Journal of LGBT Issues in Counseling, 10 (1), 13–33. Zurück zum Text

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