Herausforderungen und Lösungen:
Diskriminierung im Gesundheitswesen:
Wir wissen, dass Diskriminierung durch Ärzt*innen und Co. für viele queere Menschen leider Realität ist. Das kann dazu führen, dass ihr euch nicht traut, medizinische Hilfe zu holen. Diese Diskriminierung kann sich ganz unterschiedlich äußern:
- respektlose, unsensible, teilweise übergriffige Behandlung
- Verwendung falscher Pronomen und Deadnaming
- mangelndes Wissen über spezifische Gesundheitsbedürfnisse von queeren Menschen
- die fälschliche Psychologisierung von Homosexualität als psychische Krankheit (obwohl sie bereits 1990 aus dem ICD-10 gestrichen wurde)
- Diskriminierung bei der Terminvergabe
- Verweigerung von notwendiger Behandlung
Lösung:
Es gibt immer mehr queersensible Ärzt*innen und Beratungsstellen, die einen Safe Space bieten. Hier Beratungsstelle finden.
Mentale Gesundheit:
Viele von uns in der queeren Community kennen das leider: Wir sind öfter von Depressionen, Ängsten und sogar Suizidgedanken betroffen. Das hat viele Gründe: Diskriminierung, Stigmatisierung, der ständige Druck, uns erklären zu müssen, mangelnde Akzeptanz im Freundeskreis oder der Familie, und einfach der Stress, der entsteht, wenn man zu einer Minderheit gehört (das nennt man auch Minority Stress). Auch schlimme Erfahrungen wie Hass, Ausgrenzung oder Gewalt können unsere mentale Gesundheit ganz schön belasten. [2]
Lösung:
Sucht euch professionelle Hilfe, sprecht mit Freund*innen und Familie, und nutzt Community-Angebote. Es gibt viele Wege, um eure mentale Gesundheit zu stärken. Tipps zur Selbststärkung findet ihr unten im Text.
HIV/STI-Prävention:
Sexuelle Gesundheit ist ein super wichtiges Thema für uns in der queeren Community. Klar, wir feiern unsere Vielfalt, aber es ist auch gut zu wissen, dass beim ungeschützten Geschlechtsverkehr immer ein Risiko besteht, an sexuell übertragbare Infektionen (STIs) zu erkranken. Deshalb ist es total wichtig, dass wir uns schützen, zum Beispiel mit Kondomen, und regelmäßig zum Test gehen. Das ist für unsere eigene Gesundheit und die der ganzen Community. Dazu gehören Tests auf HIV, Syphilis, Chlamydien, Tripper und Hepatitis. Wenn wir STIs früh erkennen und behandeln, können wir langfristige Probleme vermeiden und verhindern, dass sie weitergegeben werden. Außerdem ist es wichtig, dass wir zu Ärzt*innen gehen können, die sich auskennen, uns nicht diskriminieren und unsere Bedürfnisse verstehen.
Lösung:
Informiert euch gut über Safer Sex, wie ihr Kondome und Dental Dams richtig benutzt. Checkt aus, ob PrEP (vor dem Sex) oder PEP (nach dem Sex) für euch sinnvoll sein könnten. Geht regelmäßig zum STI-Test – wie oft, hängt davon ab, was ihr so treibt 😉. Nutzt die kostenlosen Angebote der Gesundheitsämter. Es gibt viele Beratungsstellen, Aidshilfen und Ärzt*innen, die sich mit queeren Themen auskennen und euch vertraulich beraten. Hier Beratungsstelle finden.
Anlaufstellen und Organisationen:
- Queere Beratungsstellen: Es gibt viele queere Beratungsstellen, die euch bei allen Fragen rund um Gesundheit, Identität und Coming-out unterstützen. Eine Übersicht der Angebote in Bayern findet ihr hier.
- Community-Zentren: Community-Zentren sind wichtige Anlaufpunkte für queere Menschen. Hier findet ihr Unterstützung, Anschluss und ein offenes Ohr. Beispiel: LSVD+ Bayern
- Online-Ressourcen: Im Internet gibt es viele gute Informationsquellen... z.B. bei uns im Genderella News Pride Magazine
😉 Wir veröffentlichen regelmäßig relevante Artikel.
Tipps zur Selbststärkung:
- Sei stolz auf dich:
Deine Identität ist etwas Schönes und Wertvolles. Das stärkt dein Selbstbewusstsein und hilft dir, dich selbst anzunehmen, so wie du bist.
- Umgib dich mit positiven Menschen:
Such dir Freund*innen und Verbündete, die dich unterstützen. Ein starkes soziales Netzwerk gibt dir Halt und emotionale Unterstützung in schwierigen Zeiten.
- Setz dich für deine Rechte ein:
Informiere dich über deine Rechte und wehre dich gegen Diskriminierung. Das trägt zu einer gerechteren Gesellschaft bei und gibt dir das Gefühl, aktiv etwas zu verändern.
- Finde Freude an Aufgaben:
Starte ein kreatives Projekt oder engagiere dich ehrenamtlich für eine Sache, die dir am Herzen liegt. Sinnvolle Projekte geben dir Kraft und helfen dir, negative Emotionen zu bewältigen.
- Achte auf deine mentale Gesundheit:
Nimm dir Zeit für dich und praktiziere Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Autogenes Training. Auch Aktivitäten in der Natur wie Waldbaden, kreative Hobbys wie Handwerk, Basteln oder der Besuch von Kunst- und Kulturveranstaltungen können dein Wohlbefinden steigern. Diese Praktiken helfen dir, Stress abzubauen, deine innere Balance zu finden und deine psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) zu stärken.
Positive Beispiele und Erfolgsgeschichten:
Inspirierende Projekte:
Es gibt viele tolle Projekte, die sich für die Gesundheit queerer Menschen einsetzen. Zum Beispiel Initiativen, die queersensible Fortbildungen für medizinisches Personal
anbieten oder Community-Zentren, die Gesundheitsworkshops organisieren.
Persönliche Geschichten:
Viele queere Menschen haben ihre gesundheitlichen Herausforderungen gemeistert und sind heute stark und selbstbewusst. Diese Geschichten machen Mut und zeigen, dass es Hoffnung gibt. Ein sehr bekanntes und inspirierendes Beispiel ist die Autobiografie "Fun Home: Eine Familiengeschichte in Comics" von Alison Bechdel
. Darin erzählt Bechdel auf sehr persönliche und tiefgründige Weise von ihrer Familie und ihrer eigenen queeren Identitätsfindung, wobei auch Themen wie psychische Gesundheit und der Umgang mit familiären Herausforderungen eine Rolle spielen. Solche persönlichen Geschichten können unglaublich empowernd sein!
Positive Veränderungen:
Es gibt immer mehr queersensible Ärzt*innen, Beratungsstellen und Community-Angebote. Die Situation für queere Menschen im Gesundheitswesen verbessert sich langsam, aber stetig. Finde hier eine passende Anlaufstelle.
Genderella und eure Gesundheit:
Wie Genderella euch unterstützt:
Wir bei Genderella wollen euch nicht nur mit Pride-Produkten versorgen, sondern auch eure Gesundheit und euer Wohlbefinden fördern. Wir informieren euch über wichtige Themen, unterstützen queere Projekte und schaffen einen Safe Space für alle.
Beteiligt euch an Diskussionen:
Eure Meinung ist uns wichtig! Beteiligt euch an Diskussionen, teilt eure Erfahrungen und unterstützt euch gegenseitig.
Genderella ist ein Safe Space:
Bei uns seid ihr willkommen, so wie ihr seid. Wir stehen für Vielfalt, Akzeptanz und Respekt.
Eure Gesundheit ist wichtig! Lasst uns gemeinsam diese Woche nutzen, um uns zu informieren, zu vernetzen und für unsere Rechte einzustehen. Denn nur, wenn wir gesund und stark sind, können wir unsere Vielfalt feiern und die Welt verändern! 🏳️🌈❤️